Dazu
in der Taunuszeitung - Printausgabe vom 22.09.2005
Zehn Jahre Engagement für Kultur
von Michael Neumann, Oberursel.
Es war ein langer, mühsamer Weg, doch was als Pilotprojekt begonnen
hatte, entwickelte sich zur Erfolgsstory Die Rede ist vom Kulturförderverein
Oberursel (KfO), der vor zehn Jahren aus der Taufe gehoben wurde und
heute als Kultur- und Sportförderverein kulturelle und sportliche Ereignisse
in der Brunnenstadt organisiert. Heinz Wilhelmi, ehemaliger Leiter des
Kulturamtes im Oberurseler Rathaus und seit Mai 2001 Pensionär, erinnert
sich noch gut an die
Entstehung des Vereins, die ins Jahr 1991 zurückführt, zur 1200-Jahrfeier
Oberursels.
Zum Geburtstag der Brunnenstadt hatten sich Bürger zu einer Theatergruppe
zusammengefunden, die während der Jubiläumsfeierlichkeiten ein Stück
aufführte und damit einen Riesenerfolg hatte. «Die Idee zu Theater im
Park war geboren, doch fehlte noch ein
Finanzierungskonzept», sagt Wilhelmi. «Es gab Gedankenspiele, einen
gemeinnützigen Verein zu gründen, der sich, betriebswirtschaftlich organisiert
und auch entpolitisiert, der Organisation kultureller Angebote widmen
sollte. Doch es dauert noch vier Jahre, bis sich die Idee, die Organisation
des städtischen Kulturlebens einem Verein zu übertragen, auch bei der
Politik durchgesetzt hatte. Am 25. November wurde der Kulturförderverein
gegründet.
Mit dem Justiziar Jochen Stöhr als Vorsitzendem und dem Steuerberater
Werner Hartmann als dessen Stellvertreter war die Vereinsspitze ideal
besetzt», so Wilhelmi. Privatpersonen traten in den neu gegründeten
Verein ein, aber auch viele Vereine und Gesellschaften wie Kulturkreis
Oberursel, Chopin-Gesellschaft Taunus und natürlich Theater im Park.
«Zu jener Zeit war es noch nicht allzu schwierig, für verschiedene Projekte
Sponsoren zu finden, und mit dem städtischen Zuschuß, Spenden
und den Beiträgen der Mitglieder verfügte der KfO über genügend Geld,
um all das zu schultern, zu dem die Vereine aus eigener Kraft nicht
in der Lage waren», sagt Wilhelmi. Die Schultheatertage wurden als eigene
Veranstaltung
des KfO geboren, Kinderkulturtage veranstaltet, die Chopin-Gesellschaft
und die Musikschule finanziell unterstützt und Projekte wie die Kunsttäter
gefördert.
Und seit dem Jahr 1999 gibt es auch eine enge Zusammenarbeit zwischen
dem KfO und den Oberurseler Schulen sowie den Kindergärten. Aber nicht
alle Träume ließen sich realisieren. Wilhelmi bedauert noch heute, dass
der Wunsch des KfO, das denkmalgeschützte MKW-Gebäude an der Frankfurter
Landstraße für kulturelle Zwecke zu nutzen, nicht in Erfüllung ging.
«Wir hatten schon fertige Pläne, organisierten 1996 eine Ausstellung
im Umspannwerk, um zu zeigen, was hier möglich ist, aber schließlich
fanden wir nicht die Unterstützung der Politik.» Inzwischen ist das
MKW-Gleichrichterhaus verkauft, eine Reparaturwerkstätte für Oldtimer
soll dort Platz finden, und auch Gastronomie ist vorgesehen. Aus der
Traum also von Kultur im MKW-Haus, aber der Kulturförderverein suchte
sich neue Aktionsfelder.
Vor allem, seit vor fünf Jahren der KfO zum KSfO, zum Kultur- und Sportförderverein,
erweitert wurde. Knapp eine Million Mark stand dem Verein 2001 für seine
vielfältigen Aktivitäten zur Verfügung. Inzwischen ist die Sponsorensuche
wesentlich schwieriger geworden, sagt KSfO-Geschäftsführer Nils P Graf
Lambsdorff. «Bei großen Projekten fließen zwar noch Gelder, aber bei
kleineren Veranstaltungen finden wir kaum noch Firmen-Unterstützung.
Die Stadt griff dem KSfO im vorigen Jahr mit 145 000 Euro unter die
Arme.
Bei der Vielzahl auch eigener Veranstaltungen traf der KSfO nicht immer
den Geschmack des Oberurseler Publikums. Das musste er erkennen, als
er im Jahr 2002 mit den Chansontagen eine überregionale Veranstaltung
in die Brunnenstadt holte, die aber bei den Bürgern nicht ankam. «Das
war eine Bauchlandung», gesteht der Geschäftsführer. Wiewohl er sich
schon wünschen
würde, dass die oft hochkarätigen Künstler, die in der Brunnenstadt
auftreten, auch richtig vom Oberurseler Publikum gewürdigt werden. Lambsdorff:
«Es denken offenbar noch viele Menschen, dass nur in der Alten Oper
in Frankfurt Qualität geboten wird.»
Die Chanson-Pleite konnte die Vereinsführung mit Dr. Rolf-Dieter Graß
an der Spitze aber nicht entmutigen. Denn es gab auch überragende Erfolge
wie die Ausrichtung der Deutschen und Europäischen Meisterschaften für
Seifenkistenfahrer im vergangenen Jahr, die Oberursel weit über die
Taunusregion hinaus bekannt gemacht haben. Auch diese Aktion wird noch
einmal zur Sprache kommen, wenn der KSfO am kommenden Sonntag in der
Stadthalle seinen zehnten Geburtstag mit einem Festakt begeht.
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