Kommunikationszentrum Altstadt offiziell eröffnet




Nach zwei Jahren Bauzeit wurde am 2. Oktober 2022 das Kommunikationszentrum Altstadt eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Gemeinsam mit der katholi­schen Kirchengemeinde Sankt Ursula, dem Internationalen Verein Windrose e.V. 1976 und dem Kultur- und Sportförderverein Oberursel e.V (KSfO) hat die Stadt Oberursel in den früheren Räumlichkeiten der Firma Alberti in der Strackgasse 6 einen Treffpunkt für soziale, integrative und interkulturelle Zwecke geschaffen, der alteingesessene und hinzugekommene Bürgerinnen und Bürger wie auch Gäste willkommen heißt.


Nachdem die Stadtverordnetenversammlung am 3. September 2020 grünes Licht für die städtische Förderung des Projektes gegeben hatte, begann der Umbau der Räumlichkeiten in der Strackgasse. Nun ist in unmittelbarer Nähe des Rathauses und der Stadthalle ein Haus für alle entstanden, das den zentralen Brückenkopf zwischen der Fußgängerzone Vorstadt, Rathaus und Stadthalle auf der einen und der historischen Altstadt auf der anderen Seite bildet. Dieses Ensemble beinhaltet das Alte Hospital als Zentrum der Senioren­arbeit in Oberursel, die historische Hospitalkirche, den dazwi­schenliegenden Hospitalplatz mit dem Denkmal für die Opfer des National­sozialismus und das neue Kommunikationszentrum Altstadt mit dem Kulturcafé Windrose als offener Treffpunkt mit vielfältigen Angeboten. „Oberursel ist eine internationale und weltoffene Stadt, in der Toleranz gelebt wird, Hass und Hetze haben keinen Platz. Mit dem Kulturcafé Windrose schaffen wir im Zentrum unserer Stadt einen Raum, der zugleich Kulturraum, Schutzraum und Gastraum ist und vom dem auch belebende Impulse für die Innenstadt ausgehen“, betonte Bürgermeisterin Antje Runge anlässlich der Eröffnung.


Um das Projekt Kulturcafé zu realisieren, wurde der Trägerverein Kommunikations­zentrum Altstadt e. V. von der Stadt Oberursel, dem Kultur- und Sportförderverein Oberursel, der Pfarrei St. Ursula und dem Verein Windrose e. V. Ende 2020 gegründet. Die vier Träger haben sich zusammengetan, weil sie ähnliche Ziele verfolgen und dafür zentral gelegene, attraktive Räume in der Innenstadt gesucht haben. Ziel war es, einen innerstädtischen Treffpunkt zu schaffen zur Förderung der Kultur, der Kommunikation, Integration, Weltoffenheit, Toleranz und ökologischen Nachhaltigkeit.


Da sich große Investitionen für jeden einzelnen nicht lohnen und finanziell auch nicht darstellbar wären, präferierten sie ein gemeinschaftliches Projekt mit einem gemein­samen Trägerverein, das durch die starke Auslastung der neuen Flächen auch wirt­schaftlich für alle sehr effizient betrieben werden kann. Dazu die Mitglieder des Trägervereins: „Mit dem Kulturcafé gewinnen wir eine zusätzliche attraktive und hervorragend ausgestattete Bühne für das vielfältige Kulturangebot und die vitale Kulturszene in Oberursel – von der Kleinkunst über die Musik bis hin zu Lesungen und Diskussionen. Das Kulturcafé wird ein wichtiger Ort für die lokalen Kulturschaffenden und die Präsentation großartiger Gäste“, so der KSfO. Die Kirchengemeinde St. Ursula ergänzt: „Wir haben vor einigen Jahren eine gemeinsame Vision mit vielen Menschen entwickelt. Dazu gehört, dass wir eine Kirche sein wollen, die sich für die Bedürfnisse und Ideen der Menschen öffnet und an gesellschaftlichen Zukunftsfragen konstruktiv mitarbeitet. Wir sind überzeugt, dass dieser neue Ort im Zentrum der Stadt genau dazu passt. Wir sind neugierig auf die vielfältigen Lebenswirklichkeiten der Menschen in der Region. Die Begegnung mit den unterschiedlichsten Menschen und die Kooperation mit den anderen Partnern werden uns sicher den Blick über den eigenen Kirchturm hinaus weiten. Darüber hinaus wird die Gemeinde St. Ursula dort Räume für ihre Veran­staltungen nutzen, wenn die Option umgesetzt wird, das Pfarrer-Hartmann-Haus für den Ausbau einer Kita freizugeben.“


Der Verein Windrose freut sich: „Mit der Eröffnung des Kulturcafé Windrose endet nach dem Verlust unserer Räume und der permanenten Wanderschaft zwischen verschie­denen Orten unserer Vereinsarbeit eine belastende Zeit der Ungewissheit. Und es beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte unseres Vereins. Die Windrose steht für Integration seit 1976. Bei der Gründung ging es vor allem um die Integration von Arbeitsmigranten. In den letzten Jahren fokussierte sich die Arbeit auf Geflüchtete. Beides werden wir fortführen. Aber wir werden die Arbeit vor allem erweitern und aktiv vielfältige kulturelle Impulse auf die Bühne holen. Und das am liebsten gemeinsam mit anderen Aktiven.“


Der Trägerverein Kommunikationszentrum Altstadt e. V. (TKzA) hat mit der Familie Alberti einen Mietvertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren über den Betrieb eines Kulturzentrums in ihren ehemaligen Geschäftsräumen abgeschlossen. Die Stadt Ober­ursel hat eine Ausfallbürgschaft bereitgestellt, um die langfristige Laufzeit abzusichern. Die Gemeinnützigkeit des Projektes wurde vom Finanzamt bestätigt.


Mit dem Betrieb des Kommunikationszentrums unter dem Namen „Kulturcafé Windrose“ hat der TKzA den Verein Windrose beauftragt. Ein entsprechender Vertrag wurde im Dezember 2021 abgeschlossen.


„Vielfalt erleben, Vielfalt genießen, Vielfalt vereinen“ – das sind die Leitlinien, an denen sich der Betrieb des Kulturcafés Windrose ausrichten wird. Auf der Speisekarte stehen kleine Gerichte (Mezze), arabisch-israelisch-hessisch inspiriert und mit hessischen Traditionen fusioniert. Auf der Getränkekarte werden sich neben den üblichen Angeboten eines Cafés eine Vielzahl von nicht-alkoholischen und alkoholischen Cocktails und Longdrinks versammeln. Die Verantwortung dafür liegt bei einem jungen und kreativen Team: Dennis Spizzirri, Jeehad Youssif, Malte Rehberg und Marya Safi stehen ganz persönlich für den interkulturellen Charakter des Kulturcafés. Das Kulturcafé Windrose soll ein sicherer und kreativer Ort der Begegnung sein.


Das Programm hat den Anspruch, kulturelle Vielfalt zu vereinen und ab sofort auf die Bühne zu bringen und verbindet Kleinkunst, Musik, Literatur und Kulinarik. Programm­gestalter sind neben den Trägern des TKzA bereits einige Oberurseler Vereine wie zum Beispiel der Städtepart­nerschaftsverein (VFOS), der Kulturkreis Oberursel, LiteraTouren, Kunstgriff, die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und die Initiative Opferdenkmal.


Alle in der Kulturlandschaft Oberursels Engagierten sind eingeladen, auf der Bühne und in den Räumen des Kulturcafés zu einem spannenden Programm beizutragen: Musik, Kleinkunst, Literatur, Diskussion, Begegnung.


Inhaltlich will der TKzA Begegnung und Zusammenkünfte von Menschen aller Alters­gruppen und sozialer Schichten ermöglichen und die Integration, Inklusion, Weltoffen­heit, Toleranz, Gerechtigkeit, Geschlechtergerechtigkeit, Frieden sowie eine nachhal­tige und ökologisch verantwortliche Lebensgestaltung mit seinen Veranstaltungen zu fördern. Der Verein arbeitet aktiv gegen rassistische gesellschaftliche Tendenzen. Dazu sollen Menschen mit Migrationsbiografie Programm und Aktivitäten gemeinsam mit den etablierten Vereinen und Institutionen in Oberursel gestalten.


Das Kulturcafé wird sowohl den Anforderungen an einen üblichen Cafébetrieb gerecht, bietet aber auch eine hervorragende Ausstattung mit Licht- und Tontechnik für öffent­liche Veranstaltungen und zwei Kollegräume für Gruppen- und Vereinstreffen aller Art.


Die Projekte und Veranstaltungsformate der Windrose (Sprachkurse, Beratungen, Arbeitskreise, Salon Windrose, …) und der anderen Kooperationspartner sind dabei zentrale Bestandteile des Programms.


Hier die Öffnungszeiten im Oktober, in den Folgemonaten sollen diese noch ausge­weitet werden:


Montag und Dienstag: Ruhetage


Mittwoch: 09.00 – 22.00 Uhr

Donnerstag: 09.00 – 22.00 Uhr

Freitag: 09.00 – 23.00 Uhr

Samstag: 09.00 – 23.00 Uhr

Sonntag: 09:30 – 13.00 Uhr


Weitere Informationen zum Programm erhalten Sie unter www.kulturcafe-windrose.de

Im Rahmen der rund zweistündigen Feierlichkeiten mit ca. 100 Gästen aus Politik und Stadtgesellschaft sagte Ralf Pakosch, Mitglied des Vorstands der Frankfurter Volksbank Rhein/Main der Vorsitzenden des Trägervereins Susanne Degen eine Spende in Höhe von 30.000 € zu und beglückwünschte alle Beteiligten zu dem tollen Projekt. Weitere Spenden für den Trägerverein kamen dankenswerterweise auch von der Familie Alberti und der Wilma Immobilien GmbH. Für seine weitere Arbeit benötigt der Trägerverein gerne weitere Spenden. Ein Sponsoring des Veranstaltungsprogramms ist selbst­verständlich auch möglich.


Kontakte:


Für Anfragen an den Trägerverein Kommunikationszentrum Altstadt e.V.

Susanne Degen (1. Vorsitzende) – Kontakt: Susanne.Degen@tkza.org

Michael Behrent (2. Vorsitzender) – Kontakt: Michael.Behrent@tkza.org

Klaus Glatthorn (Schatzmeister, Anträge Mitgliedschaft) – Klaus.Glatthorn@tkza.org


Spendenkonto:


Trägerverein Kommunikationszentrum Altstadt

Frankfurter Volksbank

IBAN: DE12 5019 0000 6500 8650 30 BIC: HELADEF1TSK